Spektrale Sonnenbeobachtung

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Diese Rubrik dokumentiert meine spektralen Sonnenbeobachtungen und Projekte. Die spektroheliografischen Projekte entstanden mit dem SHG‑700, dem Takahashi FS‑78 und einer ASI678MM und wurden mit der Software JSOL’EX ausgewertet. Kenntnissse über die Grundlagen der Spektroheliografie sind hilfreich.


Projektarchiv

 Carrington-Planisphäre & Rotationsanimation


Aufnahmedaten:

07.04.2026 - 30.04.2026; Bochum


Was zeigt das Projekt?
Im Rahmen dieser Langzeit-Beobachtung wurden aus regelmäßigen H-Alpha-Spektroheliogrammen eine Carrington-Planisphäre sowie eine Rotationsanimation der Sonne für April 2026 erstellt. Die Planisphäre fasst die Sonnenaktivität in einem festen Längengrad-System zusammen, während die Animation die zeitliche Entwicklung chromosphärischer Strukturen wie aktiver Regionen und Filamente sichtbar macht. 

Carrington-Planisphäre vom 07.04.2026 - 30.04.2026 mit Annotation der aktiven Regionen.

Langzeit-Rotationsanimation vom 07.04.2026 - 30.04.2026. 
Leider lässt der Website-Host nur geringe Datengrößen zu, was die Abbildungsqualität deutlich mindert.

Spektrale Struktur einer Protuberanz im Δλ-Scan und Dopplergramm


Aufnahmedaten:

14.04.2026; 09:55 – 11:13 MESZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?
Im Rahmen einer spektroheliografischen Beobachtung der Sonne konnte am Morgen des 14. April 2026 trotz insgesamt geringer solarer Aktivität eine lokal ausgeprägte Protuberanzstruktur am Sonnenrand nachgewiesen und in mehreren spektralen Linien analysiert werden.

Die kombinierte Auswertung von Spalt-Rohdaten, rekonstruierter Bildinformation, Dopplerdiagnostik, Δλ-Scan und Mehrlinienbeobachtung ergibt ein konsistentes Bild der vertikalen Struktur der solaren Atmosphäre im Bereich der beobachteten Protuberanz.

Spektroheliogramm der H-alpha-Linie

Spaltbild (Frame 259) während des H-alpha-Scans

Unteres Panel: rot markierte Spaltposition außerhalb der Sonnenscheibe 
(Scanrichtung oben → unten).
Oberes Panel: Bereits detektierbare Emission einer Randprotuberanz im Spaltsignal vor Erreichen der Sonnenscheibe. 

Auf Basis der Scandaten wurde ein H-alpha-Spektroheliogramm erzeugt und mit einer Maßstabskalierung versehen. Die untersuchte Protuberanz erscheint im links-unteren Quadranten und erreicht eine geschätzte Höhe von etwa 40.000–50.000 km über der Photosphäre.

Ein aus denselben Daten abgeleitetes Dopplergramm zeigt innerhalb der Protuberanz signifikante Geschwindigkeitsgradienten. Diese weisen auf gerichtete Plasmabewegungen entlang strukturierender magnetischer Feldlinien hin und lassen auf dynamische Prozesse innerhalb der Magnetkonfiguration schließen.

Spektrale Feinstruktur (Δλ-Analyse):
Δλ-Scan (±0,5 Å) um den H-alpha-Linie-Kern zur Rekonstruktion der Intensitätsverteilung.
Blauverschiebung (Δλ < 0): Annäherung, Rotverschiebung (Δλ > 0): Entfernung. 

Zur vertikalen Einordnung der beobachteten Struktur wurden ergänzend Spektroheliogramme in mehreren diagnostischen Linien erstellt:

Calcium-K-Linie: Abbildung höherer chromosphärischer Schichten. Die Protuberanz ist deutlich nachweisbar und bestätigt ihre Ausdehnung in die obere

Zur vertikalen Einordnung der beobachteten Struktur wurden ergänzend Spektroheliogramme in mehreren diagnostischen Linien erstellt:

Helium-D3-Linie:
Sensitiv für heiße Plasmaregionen oberhalb der klassischen Chromosphäre sowie im Übergangsbereich zur Korona. Die Protuberanz zeigt hier ihre maximale vertikale Ausdehnung.

Zur vertikalen Einordnung der beobachteten Struktur wurden ergänzend Spektroheliogramme in mehreren diagnostischen Linien erstellt:

Magnesium-b1-Linie:
Repräsentiert die untere Photosphäre bis untere Chromosphäre. Erwartungsgemäß sind in dieser Linie keine Protuberanzstrukturen sichtbar, wodurch sie als Referenz für tiefere Atmosphärenschichten dient.

 Zeitliche Entwicklung von Ellerman-Bomben in AR 4399

Aufnahmedaten:

01.04.2026; 10:47 – 15:09 MESZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Das Projekt untersucht die zeitliche Entwicklung kleinskaliger Rekonnexionsereignisse in einer Plage, insbesondere Ellerman-Bomben der unteren Chromosphäre. Dazu werden Δλ-Scans der H-alpha-Linie genutzt. Besonderes Augenmerk liegt auf Flügelaufhellungen der H-alpha-Linie (=Moustache), die Ellerman-Bomben charakterisieren. Ein wichtiges Merkmal des Projekts ist die bewusste Kombination von Zeitskalen: Langzeitscans (Stunden) dokumentieren die kontinuierliche Aktivität der Plage und zeigen, wann neue Ellerman-Bomben auftreten. Kurzzeitscans (Minuten) erfassen die dynamischen Übergänge einzelner Ereignisse, z. B. das Moustache-Muster und die Aufhellung des Linienkerns, wodurch der Übergang in Mikroflare sichtbar wird. Diese Strategie ermöglicht es, sowohl die stundenweise Entwicklung der aktiven Region AR 4399 als auch die schnelle Dynamik einzelner Ereignisse gleichzeitig zu untersuchen.
Für die Untersuchung wurden fünf Scans um 10:47, 14:07, 15:03, 15:05 und 15:09 MESZ herangezogen. Es wurde ein spektraler Linienscan durchgeführt, bei dem die H-alpha-Linie punktweise in mehreren Wellenlängenabständen (Δλ) analysiert wurde.

Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?
Die Beobachtungen dokumentieren die Entwicklung von Ellerman-Bomben in Richtung Mikroflare, sichtbar durch die Abnahme der Flügel-Emissionen und die Zunahme der Linienkernaufhellung.

Die Aktive Region AR 4339 steht im Fokus des Projektes.

10:47 MESZ – Die Ellerman-Bombe zeigt die typische Aufhellung in den Flügeln, der Linienkern ist nur schwach aktiviert (=Moustache).

14:07 MESZ – Die Ellerman-Bomben zeigen die typische Aufhellung in den Flügeln, der Linienkern ist nur schwach aktiviert (=Moustache).

15:03 MESZ – Die Ellerman-Bombe zeigt die typische Aufhellung in den Flügeln, der Linienkern ist nur schwach aktiviert. In der Region finden weitere kleinräumige Energiefreisetzungen statt (=Moustache).

15:05 MESZ – Die Linienaufhellung nimmt zu, verteilt sich räumlich auf mehrere Orte, was als Übergang in einen Mikroflare interpretiert werden kann.

15:09 MESZ – Die Flügel-Emissionen sind erloschen, der Linienkern ist deutlich aufgehellt und zeigt Dopplerbewegungen, typische Anzeichen eines Mikroflare-Ereignisses.

15:03 MESZ: Flügelbilder von AR 4399 bei Δλ ±1 Å um den Linienkern. Man kann verschiedene Aufhellungen innerhalb der Plage gut erkennen.

Flügelbilder von AR 4399 bei Δλ ±1 Å um den Linienkern.
Die Emissionen innerhalb der Plage lassen um 15:05  MESZ etwas nach, verteilen sich räumlich aber auf mehrere Orte.

Messung der solaren Rotation durch Dopplerverschiebung und Langzeitbeobachtung


Aufnahmedaten:

01.03.2026 - 22.03.2026; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Dieses Projekt zeigt die Rotation der Sonne in der H‑alpha-Linie. Beobachtet werden Unterschiede zwischen Äquator und Polen, sichtbar durch die Dopplerverschiebung der spektralen Linien. So lassen sich dynamische Prozesse in der Sonnenchromosphäre direkt verfolgen 


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

In diesem Projekt wurden H‑alpha-Spektroheliogramme über einen Zeitraum von 21 Tagen systematisch aufgenommen, um die Rotation der Sonne zu untersuchen. Trotz einzelner Unterbrechungen und variierender atmosphärischer Bedingungen – darunter Wolkenbedeckung und schwankendes Seeing – konnten ausreichend Daten gesammelt werden, um eine Animation zu erstellen, die die Bewegung aktiver Regionen sowie von Filamenten auf der Sonnenoberfläche visualisiert.
Neben der visuellen Darstellung wurde die Rotation der Sonne auch spektral über den Doppler-Effekt in der H‑alpha-Linie analysiert (Messzeitpunkt: 03.03.2026). Dabei konnte eine erwartete Blauverschiebung der Spektrallinie am östlichen Sonnenrand festgestellt werden, da sich die Region auf den Beobachter zubewegt, sowie eine Rotverschiebung am westlichen Rand, wo die Bewegung vom Beobachter weg erfolgt. Somit lässt sich die Sonnenrotation sowohl visuell als auch physikalisch im Spektrum nachweisen.
Auf Basis mehrerer Doppler-Messungen wurde die Rotationsgeschwindigkeit in Abhängigkeit vom heliographischen Breitengrad bestimmt. Die Sonne zeigt dabei die bekannte differentielle Rotation: Äquatornahe Regionen rotieren schneller, während die Polregionen langsamer sind. Die Auswertung erfolgte anhand der Doppler-Verschiebungen der Fe‑I‑Linie bei 5883,8 Å an gegenüberliegenden Sonnenrändern. Am 03.03.2026 wurden die Blau- und Rotverschiebungen an Ost- bzw. Westrand ausgewertet, um die Rotationsgeschwindigkeit über die Breitengrade zu bestimmen. Die daraus abgeleitete Trendkurve (grün) stimmt mit den Referenzwerten (rot) überein und visualisiert die differentielle Rotation quantitativ.
Das Projekt zeigt, dass durch eine Serie von Spektroheliogrammen nicht nur einzelne Strukturen dargestellt, sondern auch zeitlich und quantitativ analysiert werden können. Die Animation dient als visueller Einstieg, während die Doppler-Auswertung quantitative Messungen liefert und die Rotation sowie deren Breitengradabhängigkeit nachvollziehbar macht. Dadurch können Bewegungen und Entwicklungen aktiver Regionen systematisch verfolgt und physikalisch interpretiert werden – auch bei gelegentlichen Unterbrechungen in der Datenerfassung.

Sonnenrotation in H-alpha-Linie über 21 Tage (leider bietet der Websiten-Host für Animationen nur stark begrenzte Datengrößen an)

Dopplergramm in H-alpha-Linie

Differentielle Sonnenrotation, gemessen in der  Fe‑I‑Linie bei 5883,8 Å. 

Magnetogramm (Fe I Linie 6302.5Å)


Aufnahmedaten:

22.03.2026; 10:41 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Dieses Projekt zeigt Ansätze zur Visualisierung der Sonnenmagnetfelder. Die Ergebnisse geben erste Einblicke in die magnetische Aktivität, sind jedoch technisch sehr anspruchsvoll und daher vereinfacht dargestellt.


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Die Messung von Sonnenmagnetfeldern basiert auf dem Zeeman-Effekt, einem physikalischen Phänomen, bei dem sich die Spektrallinien eines Atoms in einem Magnetfeld aufspalten. Je stärker das Magnetfeld, desto größer ist die Aufspaltung. Diese Aufspaltung kann auch über die Polarisation des Lichts ausgewertet werden: Licht, das entlang des Magnetfeldes abgestrahlt wird, zeigt zirkular polarisierte Komponenten, die rechts- oder linksdrehend sind. Durch Messung der Differenz zwischen rechts- und linkszirkular polarisiertem Licht lässt sich die Magnetfeldstärke ableiten.
Eine günstige Möglichkeit, zirkulare Polarisation zu filtern, bieten 3D-Kinobrillen. Diese Gläser wirken als zirkular polarisierende Filter: Sie wandeln die zirkular polarisierte Komponente des Lichts in Intensitätsunterschiede um, die mit einer Kamera detektiert werden können. In Kombination mit einem Spektroheliografen, der die Spektrallinie Fe I 6302.5 Å isoliert, können so Magnetogramme erstellt werden, die die magnetische Struktur der Sonnenoberfläche sichtbar machen.
Für den praktischen Aufbau wurde die Filter-Schublade des Teleskops mit den 3D-Kinobrillen bestückt, und ein Baader D-ERF Energieschutzfilter kam zum Einsatz. Beim ersten Versuch schmolzen die Gläser dennoch durch die intensive Sonneneinstrahlung, weshalb im zweiten Versuch zusätzlich noch ein UV/IR-Cut auf KG3-Basis vorgeschaltet wurde, der den sicheren Betrieb erlaubte. Der detaillierte Aufbau findet sich auch als Werkstattbericht.
Für die Auswertung der Aufnahmen wurde die Software INTI (externer Link) verwendet. Dabei werden zunächst Dopplerbilder aus den beiden zirkular polarisierten Scans in den Flügeln der Fe I 6302.5 Å-Linie erzeugt. Diese beiden Dopplerbilder werden anschließend miteinander verrechnet, um das endgültige Magnetogramm zu berechnen. Auf diese Weise werden die Intensitätsunterschiede zwischen den rechts- und linkszirkular polarisierten Komponenten in ein Bild der magnetischen Feldverteilung übersetzt.
Das Magnetogramm zeigt an starken Magnetfeldern wie den Sonnenflecken weiße und schwarze Signale, während der Rest der Sonnenoberfläche strukturlos erscheint. Dies ist physikalisch korrekt, da die Magnetfelder außerhalb von Sonnenflecken in der Photosphäre zu schwach sind, um im Linienkern der Spektrallinie ein deutliches Signal zu erzeugen. Die aktuelle Aufnahme ist eine erste Einzelbildaufnahme zur Prüfung des Funktionsprinzips; für zukünftige Aufnahmen sind Serienbilder geplant, um das Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern und auch schwächere Magnetfelder sichtbar zu machen. Trotz des minimalen Signals bin ich zuversichtlich, dass das Vorgehen korrekt ist und der richtige Weg eingeschlagen wurde. Die nächsten Schritte werden die Erstellung von Serienaufnahmen beinhalten, so dass das Signal verstärkt wird.

Spektroheliogramm der Fe I Linie bei 6302.5A. Die Lage der Sonnenflecken stimmt mit den Magnetfeldern des Magnetogramms überein.

Magnetogramm der Fe I Linie bei 6302.5A. An den Sonnenflecken/Aktiven Regionen zeigt sich die Polarität der Magnetfelde r in weiss/schwarz.

 Dopplergramme der Sonne mit spektraler Höhenkodierung


Aufnahmedaten:

22.03.2026; 11:00-12:00 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

H-alpha Linie mit Verschiedenen Doppleranalysen. 


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Die Beobachtung fokussiert auf die H-alpha Linie (656 nm).  Ein kurzes Video der H-alpha-Linie verdeutlicht typische Auf- und Abbewegungen (Dopplerverschiebungen) als leichtes Flimmern. Für vertiefende Doppler-Analysen wurde ebenfalls die H-alpha-Linie verwendet, indem Flügelbilder leicht oberhalb und unterhalb des Linienkerns verglichen wurden. Blaugefärbte Bereiche nähern sich, rot gefärbte entfernen sich. Ein derotiertes Dopplergramm zeigt lokale Auf- und Abbewegungen, ein weiteres hebt die Bewegungen von Protuberanzen am Sonnenrand hervor. Schließlich wurde ein Falschfarben-Doppler-Tomogramm erstellt, das die chromosphärischen Strukturen in unterschiedlichen Höhen visualisiert. Grün hebt die höchsten Strukturen hervor (Protuberanzen, Spikulen), Magenta/Pink zeigt mittlere Chromosphärenhöhen, und Blau/Rot markieren Doppler-verschobenes Plasma einschließlich der Sonnenrotation.

 
Die H-alpha Linie zeigt die mittlere Chromosphäre und macht die aktivsten Strukturen wie Filamente, Fackeln und Protuberanzbasen am deutlichsten sichtbar. Ein Summen-Spektroheliogramm aus sechs Scans wurde hierfür erstellt.

H-Alpha-Linienflügel: Die untere Chromosphäre.

Ein kurzes Video der H-alpha-Linie zeigt zeitaufgelöste Geschwindigkeitsinformation (Dopplerverschiebungen) als leichtes Flimmern. Der vertikale dunkle Balken markiert einen Sonnenfleck, das feine Flimmern mit Linien im Hintergrund entspricht der dynamischen Photosphären-Granulation.

Für die Doppler-Analysen wurden H-alpha-Aufnahmen verwendet, indem Flügelbilder leicht oberhalb und unterhalb des Linienkerns verglichen wurden. Blaugefärbte Bereiche nähern sich, rot gefärbte entfernen sich. 

Für die Doppler-Analysen wurden H-alpha-Aufnahmen verwendet, indem Flügelbilder leicht oberhalb und unterhalb des Linienkerns verglichen wurden. Blaugefärbte Bereiche nähern sich, rot gefärbte entfernen sich. Ein derotiertes Dopplergramm zeigt lokale Auf- und Abbewegungen, ein weiteres hebt die Bewegungen von Protuberanzen am Sonnenrand hervor.

Dopplergramm von Protuberanzen

Schließlich wurde ein Dopplergramm mit Höheninformationen kombiniert. Grün hebt die höchsten Strukturen aus dem Linienkern hervor (Protuberanzen, Spikulen), Magenta/Pink zeigt mittlere Chromosphärenhöhen aus dem Linienflügel, und Blau/Rot markieren Doppler-verschobenes Plasma einschließlich der Sonnenrotation.

Ellerman-Bombe

Aufnahmedaten:

21.03.2026; 11:11 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Ellerman-Bombe in der unteren Chromosphäre


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Im Rahmen spektral aufgelöster Sonnenbeobachtungen wurde in den Flügeln der H-alpha-Linie eine kurzlebige, punktförmige Aufhellung auf der Sonnenscheibe identifiziert. Die Erscheinung zeigt die charakteristischen Eigenschaften einer sogenannten Ellerman-Bombe („Moustache“): eine deutliche Intensitätszunahme in den Linienflügeln bei gleichzeitig unauffälligem Linienkern. 

Die kompakte, nahezu punktförmige Struktur deutet auf ein kleinräumiges, energiereiches Ereignis in der unteren Chromosphäre bzw. oberen Photosphäre hin, das vermutlich durch magnetische Rekonnexion ausgelöst wurde. Die Beobachtung unterstreicht die Bedeutung hochaufgelöster spektraler Scans zur Detektion solcher transienten Phänomene, die im Linienkern oft verborgen bleiben. 

Ellerman-Bombe in der H-alpha-Spektrallinie (Moustache)

Ellerman-Bombe als punktförmige Aufhellung am linken Sonnenrand (roter Kasten).

Koronales Loch (He D3 Linie)


Aufnahmedaten:

18.03.2026; 14:17 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

He-D3-Emissionen mit Hinweisen auf ein koronales Loch.


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?
Drei Spektroheliogramme der He D3-Emissionslinie wurden zu einem Summenbild verarbeitet, um kontrastreiche und kontrastarme Regionen zu verstärken und Bildfehler zu minimieren. Das Summen-Spektroheliogramm der He D3 - Linie liefert Hinweise auf ein koronales Loch, das durch EUV-Daten der NASA bestätigt wurde.

Summen-Spektroheliogramm der He D3 Linie. Dunkle Strukturen bilden Heliumemissionen ab. helle und strukturlose Bereiche liefern Hinweise auf koronale Löcher.

Einzel-Spektroheliogramm der He D3 Linie. Dunkle Strukturen bilden Heliumemissionen ab. helle und strukturlose Bereiche liefern Hinweise auf koronale Löcher.

Objekt: Koronales Loch im extremen Ultraviolett (193Å), 


Besonderheit: NASA/SDO (AIA/HMI/EVE) VISUALIZED BY HELIOVIEWER: Referenzbild zum koronalen Loch


M2.7-Flare im zeitlichen Verlauf (H-alpha-Linie)


Aufnahmedaten:

18.03.2026; 09:33 - 09:49 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Ein M2.7-Flare in AR 4392:  Flares sind kurzfristige, energiereiche Ausbrüche auf der Sonne. Dieses Projekt zeigt, wie solche Ereignisse in H‑Alpha sichtbar werden und welche Strukturen sich während der Ausbrüche entwickeln.


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?
Am Morgen des 18.03.2026 konnte in der aktiven Region AR 4392 ein M2.7-Flare spektroheliografisch verfolgt werden. Die Beobachtungen erfolgten als Zeitreihe und decken die Anlauf- sowie die Abklingphase des Flares ab. Die offiziellen Spaceweather-Zeiten für den Flare sind: Start 08:26 UTC (09:26 MEZ), Peak 08:42 UTC (09:42 MEZ), Ende 08:57 UTC (09:57 MEZ). 
Sonnenflares entstehen durch die explosive Freisetzung magnetischer Energie in der Chromosphäre, meist in aktiven Regionen mit komplexen Magnetfeldern. Verschiebungen und Verdrehungen von Feldlinien führen bei magnetischer Rekonnexion zu plötzlicher Energieabgabe, wodurch Plasma stark erhitzt und beschleunigt wird. Typische Merkmale sind Aufhellungen des H-alpha-Linienkerns und teilweise der Flügel. Flares werden nach Stärke klassifiziert: C-Klasse für kleine, M-Klasse für starke (wie der hier beobachtete M2.7-Flare) und X-Klasse für sehr starke Ereignisse.
Für die spektrale Analyse wurden drei repräsentative Zeitpunkte ausgewählt: 09:33 MEZ (Anlaufphase), 09:35 MEZ (stärkere Emission) und 09:49 MEZ (Abklingphase). Die Linienprofile zeigen die Aufhellung im Kern und teilweise in den Flügeln der H-alpha Linie.
Das Intensitätsdiagramm zeigt im Linienprofil den für einen Flare typischen Effekt des "Wing Dimming" oder auch  "Flare-Induced Wing Absorption": Der Flare erscheint in den hellblauen Messpunkten mit hoher Intensität. In den Kernbereichen des Flares kann die H-alpha-Emission lokal das photosphärische Kontinuum bei dieser Wellenlängem erreichen oder stellenweise sogar übertreffen. Gleichzeitig sinken die Flügelintensitäten ab – ein typisches Flare-Merkmal, das als Wing Dimming bezeichnet wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Flare insgesamt heller als die Photosphäre ist, sondern beschreibt vielmehr eine sehr intensive, räumlich begrenzte Linienemission.
Um die Aktivität detailliert zu erfassen, wurde ein Δλ-Scan um 09:35 MEZ durchgeführt, bei dem der Linienkern und die Flügel von −2 Å bis +2 Å abgetastet wurden. Das Profil zeigt die spektrale Struktur der Aufhellung, erlaubt die Analyse der Verteilung über Kern und Flügel, gibt aber keinen zeitlichen Verlauf wieder. Durchgehend zeigt sich eine starke Helligkeit, teilweise überbelichtet, was die Darstellung der Intensitätsentwicklung einschränkt.
Die Diagramme der Δλ-Scans und Linienprofile zeigen den Flare über mehrere Zeitpunkte nahezu gleich stark. Dies ist nicht der realen Flare-Dynamik geschuldet, sondern der Sättigung des Sensors im H-alpha-Linienkern, wodurch kleine Intensitätsänderungen nicht erfasst werden.
Der untersuchte Flare zeigt in der Spektrallinie im Vergleich zu seiner Umgebung deutlich erhöhte Werte der FWHM: Zum Beispiel 7Å am Rand der Flare-Region gegenüber 1,3 Å in der ruhigen Chromosphäre. Im Flare selber ist die Spektrallinie überbelichtet und der FHWM nicht mehr rekosntruierbar. Die breitere Linie deutet auf starke Turbulenzen und dynamische Bewegungen in der Chromosphäre hin. Eine erhöhte Intensität von 100 % des Kontinuums zeigt die lokale Aktivität und Energieabgabe des Flares. Die Kombination beider Messgrößen macht deutlich, dass der Flare eine hochaktive Region darstellt, die sich klar von den ruhigeren Bereichen der Sonnenoberfläche abhebt.

Gegen 09:26 MEZ zeigte sich ein Klasse M2.7 Flare in der aktiven Region AR 4392.

Gegen 09:35 MEZ näherte sich der Klasse M2.7 Flare in der aktiven Region AR 4392 seinem Höhepunkt. Oben: Spektroheliogramm, unten: Spektrallinie mit Aufhellung des Linienkerns.

Für die spektrale Analyse wurden drei repräsentative Zeitpunkte ausgewählt: 09:33 MEZ (Anlaufphase), 09:35 MEZ (stärkere Emission) und 09:49 MEZ (Abklingphase). Die Linienprofile zeigen die Aufhellung im Kern und teilweise in den Flügeln.

 

Wing Dimming / Flare-Induced Wing Absorption: Das Intensitätsdiagramm für den Scan um 09:49 MEZ zeigt die gemessene (blau) H-alpha-Emission. Die gelbe Referenzlinie bildet die H-Alpha-Linie in Ruhe ab. Der Flare erscheint in den hellblauen Messpunkten mit hoher Intensität. In den Kernbereichen des Flares kann die Emission lokal das photosphärische Kontinuum bei dieser Wellenlänge (über)treffen. Gleichzeitig sinken die Flügelintensitäten ab – ein typisches Flare-Merkmal, das als Wing Dimming bezeichnet wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Flare insgesamt heller als die Photosphäre ist, sondern beschreibt vielmehr eine sehr intensive, räumlich begrenzte Linienemission. 

 

Der untersuchte Flare zeigt in der Spektrallinie im Vergleich zu seiner Umgebung deutlich erhöhte Werte der FWHM: Zum Beispiel 7Å am Rand der Flare-Region gegenüber 1,3 Å in der ruhigen Chromosphäre. 

Δλ-Scan von 09:35 MEZ.  

Der H-alpha Linienkern und die Flügel wurden von −2 Å bis +2 Å abgetastet.

Spektrale Analyse von Protuberanzen


Aufnahmedaten:

15.03.2026; 16:57 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Protuberanzen sind große Gaswolken über der Sonnenoberfläche. In H‑Alpha lassen sich Form, Bewegung und Entwicklung dieser Strukturen gut beobachten und dokumentieren. 


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?
Ziel der Beobachtung war die Aufnahme von Protuberanzen in der H‑alpha-Linie sowie die Analyse von Dopplerverschiebungen mittels Δλ-Scans. Ein H‑Alpha-Scan wurde durchgeführt, aus dem ein Komposit-Spektroheliogramm erstellt wurde. Dabei wurde die Sonnenscheibe aus dem Linienkern und die Protuberanzen aus den Linienflügeln kombiniert, sodass die Protuberanzen kontrastreich sichtbar sind, während die Chromosphäre der Sonnenscheibe erhalten bleibt. 

Die beobachteten Protuberanzen erreichen Höhen von etwa 50.000 bis 75.000 km über der Sonnenoberfläche. Die beiden größten Protuberanzen im Süd-West- und Süd-Ost-Quadranten wurden vergrößert dargestellt. Ein Dopplerbild zeigt die Plasmabewegungen: Blauverschiebungen markieren Strömungen auf den Beobachter zu, Rotverschiebungen Bewegungen, die sich entfernen. Ergänzend wurden Δλ-Scans von −1 Å bis +1 Å um den Linienkern durchgeführt, die eine animierte Darstellung der unterschiedlichen Dopplerverschiebungen innerhalb der Protuberanzen ermöglichen. 

Die Kombination aus Komposit-Spektroheliogramm, Dopplerbild und Δλ-Scans verdeutlicht die dynamische Struktur der Chromosphäre und die gerichteten Plasmabewegungen innerhalb der Protuberanzen. 

H-alpha-Spektroheliogramm: Die Chromosphäre der Sonne mit Protuberanzen.

Die Protuberanzen wurden vermessen. Dabei zeigen die höchsten Protuberanzen eine Höhe von ca. 50.000km - 75.000km.

Protuberanz aus dem süd-westlichen Quadranten im Detail

Protuberanz aus dem süd-westlichen Quadranten mit der Erde im Größenvergleich.

Protuberanz aus dem süd-östlichem Quadranten im Detail

Δλ-Scan der Protuberanz von −1 Å bis +1 Å um den Linienkern.

Δλ-Scan der Protuberanz von −1 Å bis +1 Å um den Linienkern.

Protuberanzen-Dopplerbild: rote Protuberanzen entfernen sich vom Beobachter, blaue Protuberanzen nähern sich.

 Struktur des Ca II K-Linienprofils


Aufnahmedaten:

09.03.2026; 14:28 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Ca II K-Linie: Chromosphäre


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Ziel dieses Projekts ist eine detailliertere Betrachtung der Teilbereiche der Ca II K Linie. 

Die Ca II K-Linie bei 393,37 nm besitzt eine charakteristische Linienstruktur mit mehreren Teilbereichen, aus denen unterschiedliche Schichten der Sonnenatmosphäre beobachtet werden können. In den Flügeln der Linie liegt der Bereich K1, der noch überwiegend photosphärische Informationen enthält. Näher am Linienzentrum befinden sich die beiden Emissionsspitzen K2V (violette Seite) und K2R (rote Seite). Genau im Zentrum der Linie liegt schließlich der K3-Kern, der aus den höchsten beobachtbaren Bereichen der Chromosphäre stammt. Je nachdem, an welcher Stelle der Linie ein Spektroheliogramm aufgenommen wird, erscheinen unterschiedliche chromosphärische Strukturen: K3 bildet die mittlere Chromosphäre ab, K1 die untere Chromosphäre. Der K2-Peak  entspricht  einem Bereich der unteren Chromosphäre bis hin zur Temperatur-Minimum-Zone, welche in einigen Arbeiten auch als Fluktosphäre bezeichnet wird. Vertiefende Literaturquellen dazu finden sich hier (externer Link),  hier (externer Link) und hier (externer Link). Es handelt sich um einen dynamischen Bereich, in dem akustische Wellen, Schocks und kleine magnetische Verdichtungen die lokalen Dichte- und Temperaturstrukturen beeinflussen.

Linienprofil der Ca II K Linie mit K3 (Linienkern), K2V (Emissionsmaximum im violetten Flügel) und K2R (Emissionsmaximum im roten Flügel)

Intensitätsdiagramm der tatsächlich gescannten  Ca II K Linie (rot) mit Referenzlinie (gelb)

Ca II K Spektroheliogramm im Linienflügel 

 (+1Å vom Linienkern)

 
Der Zielbereich ist hier K1 bei 3933,66 Å. Der Versatz entspricht fünf Pixel auf dem Sensor (-0,516Å Versatz zu K3) . 


Spektroheliogramm mit 

- 0.34Å versetztem Scan im Zielbereich des K2V Emissionspeaks. Der Versatz entspricht drei Pixel auf dem Sensor. Die Literatur gibt K2V mit--0.36Å Versatz an. Hier lassen sich gemäß Literatur K2V-Grains in den Internetwork-Bereichen (dunkle Flächen) als Helligkeitspunkte oder diffuse Helligkeitszunahme erwarten.

Ca II K Spektroheliogramm im Linienkern (K3) bei 393,366nm. Die vielen kleinen helleren Punkte sind chromosphärische Netzwerkaufhellungen, große helle Flächen sind Plages.

Gestacktes H-Alpha-Spektroheliogramm

Aufnahmedaten:

10.03.2026; 13:46 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

H-Alpha-Linie: Mittlere Chromosphäre der Sonne


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?
Dieses Bild ist ein gestacktes Summen-Spektroheliogramm. Dazu wurden vier Spektroheliogramme in kurzem zeitlichen Abstand aufgenommen und anschließend mit Bildbearbeitungssoftware exakt übereinandergelegt. Durch das Summieren der Aufnahmen verbessert sich das Signal-Rausch-Verhältnis: Das Ergebnis ist ein deutlich schärferes und kontrastreicheres Spektroheliogramm, während zufällige Bildfehler und Störungen weitgehend herausgemittelt werden.

Summen-Spektroheliogramm der H-Alpha-Linie aus vier Spektroheliogrammen

Negativ-Summen-Spektroheliogramm der H-Alpha-Linie aus vier Spektroheliogrammen

Multilinien-Sonnenbeobachtung: kolorierte Spektroheliogramme


Aufnahmedaten:

01.03.2026; 10:00 - 12:00 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Photosphäre, Chromosphäre, Mg B1, Na D2, CA II H, He D3, G-Band


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?
In diesem Projekt wurden Spektroheliogramme der Sonne in mehreren Schlüssel-Spektrallinien aufgenommen, die verschiedene Schichten der Sonnenatmosphäre abbilden – von der Photosphäre bis in die Chromosphäre. Die unterschiedlichen Linien ermöglichen die gleichzeitige Analyse von Temperatur, Magnetfeldern und dynamischen Strukturen in den jeweiligen Höhenbereichen.
Die aufgenommenen Spektroheliogramme wurden anschließend in Anlehnung an ihre jeweilige Spektrallinie bzw. Spektralfarbe farblich koloriert, um die Unterschiede zwischen den Strukturen der einzelnen Schichten deutlich hervorzuheben. Dies erleichtert die visuelle Interpretation und den Vergleich der Dynamik in Photosphäre und Chromosphäre.

Durch die Multilinienbeobachtung lassen sich:

kleinräumige Helligkeitsstrukturen und Kontraste in der Photosphäre (G-Band, Mg B1)

magnetische Netzwerkstrukturen und chromosphärische Aktivität (Ca II H, He D3, Na D2) anschaulich darstellen.

Objekt: Photosphäre

Besonderheit: 

Kolorierte G-Band-Aufnahme der Photosphäre: Deutlich sichtbar ist die körnige Granulation der Sonnenoberfläche. Die besonders hellen, punktförmigen Strukturen markieren kleinste magnetische Konzentrationen („Bright Points“).

Objekt: Obere Photosphäre

Besonderheit: 

Kolorierte Mg B1-Aufnahme. Sichtbar ist die Struktur der oberen Photosphäre mit Granulation und aktiven Regionen; magnetisch beeinflusste Bereiche erscheinen kontrastverstärkt.

Objekt: Obere Photosphäre

Besonderheit: 

Koloriertes Na D₂-Spektroheliogramm: Darstellung der oberen Photosphäre mit deutlich hervortretenden aktiven Regionen; magnetisch geprägte Bereiche erscheinen kontrastreich gegenüber der umgebenden Granulation.

Objekt: Untere Chromosphäre

Besonderheit: 

  

Ca II H: Koloriertes Spektroheliogramm

Objekt: Mittlere Chromosphäre

Besonderheit: 
Kolorierte H-Alpha Aufnahme. Mittlere Chromosphäre: Filamente, Fibrillen, aktive Regionen und chromosphärische Dynamik. 

Objekt: Obere Photosphäre
Objekt: Obere Chromosphäre

Besonderheit: 

Koloriertes He D3 Spektroheliogramm: Darstellung der oberen Chromosphäre mit deutlich hervortretenden Helium -Emissionen (dunkel).

Zwei Ellerman-Bomben


Aufnahmedaten:
27.02.2026, 09:42 MEZ sowie erneut gegen 09:50 MEZ, Bochum

Was zeigt das Projekt?
In dieser Beobachtung wurden zwei Ellerman-Bomben in der unteren Chromosphäre identifiziert. Die erste Ellerman-Bombe wurde um 09:42 MEZ erfasst und ist besonders im H‑Alpha-Flügel deutlich sichtbar. Die zweite Ellerman-Bombe erschien um 09:50 MEZ und zeigt sich zusätzlich als Aufhellung im Ca II H-Kern sowie im H‑Alpha-Kern.  Leider war das Seeing zum Zeitpunkt der Scans nur mäßig, weshalb die punktförmige Aufhellung der Ellerman-Bomben in der Sonnenscheibe unscharf und verschoben abgebildet wurden.


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Dieses Projekt veranschaulicht die stratifizierte Dynamik der Chromosphäre und die unterschiedliche Sichtbarkeit kleinräumiger Aktivitätsereignisse in verschiedenen Spektrallinien. Durch die Kombination von H‑Alpha, H‑Alpha-Flügel und Ca II K wird die vertikale Kopplung zwischen Photosphäre und unterer bis mittlerer Chromosphäre sichtbar. Die Beobachtung zeigt, wie kleinräumige Ereignisse wie Ellerman-Bomben in unterschiedlichen atmosphärischen Schichten unterschiedliche Signaturen hinterlassen – ein eindrucksvolles Beispiel für die Mehrschicht-Dynamik der Sonne.

Objekt: Signatur der H -Alpha Flügel: Ellerman-Bombe 1 als Moustache (untere Chromosphäre)

Besonderheit: Die rot markierte Struktur zeigt vermutlich eine Ellerman-Bombe (1) um 09:42 MEZals Moustache in den Flügeln der H-Alpha Linie

Objekt: H-Alpha Flügel: Ellerman-Bombe 1 (untere Chromosphäre)

Besonderheit: Die rot markierte Struktur zeigt eine (unscharf abgebildete) Ellerman-Bombe (1) um 09:42 MEZ in den Flügeln der H-Alpha Linie

Objekt: H-Alpha Flügel: Ellerman-Bombe 2 als Moustache in der Spektralen Signatur (untere Chromosphäre)

Besonderheit: Die rot markierte Struktur zeigt eine weitere Ellerman-Bombe (2) / Moustache um 09:50 MEZ in den Flügeln der H-Alpha Linie

Objekt: H-Alpha Flügel: Ellerman-Bombe 2 (untere Chromosphäre)

Besonderheit: Die rot markierte Struktur zeigt eine weitere (unscharf abgebildete) Ellerman-Bombe (2) um 09:50 MEZ in den Flügeln der H-Alpha Linie

Objekt: H-Alpha Linienkern, Ellermanbombe 2 (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Die rot markierte Struktur zeigt eine weitere Ellerman-Bombe (2) um 09:50 MEZ im H-Alpha Linienkern

Objekt: Ca II H, Ellerman-Bombe 2 (untere bis mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Die rot markierte Struktur zeigt mutmaßlich die weitere Ellerman-Bombe (2) um 09:50 MEZ in der Ca II H Linie.

Multilinien-Sonnenbeobachtung


Aufnahmedaten:

04.02.2026; 10:30 - 11:30 MEZ; Bochum


Was zeigt das Projekt?

Photosphäre, Chromosphäre mit großer Aktiver Region AR 4366. H‑Alpha, Mg B1, Fe I, CA II K, He D3


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Zu sehen sind beeindruckende Protuberanzen in der H-Alpha-Linie  sowie die große Fleckengruppe AR 4366. 

Objekt: Fe I - Linie (Photosphäre)

Besonderheit:   

 Tiefe Photosphäre: Granulation, Sonnenflecken und das „Basisniveau“ der Atmosphäre; gut als Referenz für Flows/Oszillationen. 

Objekt: Mg B1 Linie (Photosphäre)

Besonderheit: 

  Obere Photosphäre / untere Chromosphäre: magnetisches Netzwerk, Plage-Gebiete und großskalige Strukturen; Bindeglied zwischen Fe I und H-alpha. 

Objekt: CA II K- Linie (untere Chromosphäre)

Besonderheit:    

Zeigt die untere Chromosphäre und macht magnetisch aktive Regionen wie Plages und das chromosphärische Netzwerk besonders kontrastreich sichtbar. 

Objekt: H-Alpha-Linie (Mittlere Chromosphäre)

Besonderheit:   

Mittlere Chromosphäre: Filamente, Fibrillen, aktive Regionen und chromosphärische Dynamik. 

Objekt: H-Alpha-Linie (Mittlere Chromosphäre)

Besonderheit:   

Protuberanzenbild. 

Objekt: He-D3- Linie (obere Chromosphäre)

Besonderheit: 

  

Hohe Chromosphäre, stark magnetfeldgebunden: meist nur in aktiven Gebieten sichtbar, sensibel auf eruptive Prozesse. 

Objekt: Kontinuum; Photosphäre

Besonderheit: 

  

Weißlicht-Fotografie von AR4366 mit dem Herschelkeil am Takahashi FS-78

Koronales Loch in Kombination mit X1.9 Flare begünstigt Polarlichter 


Aufnahmedaten:

18.01.2026, 11:52 MEZ, Bochum


Was zeigt das Projekt?

AR 4341 vor dem X1.9-Flare sowie Chromosphärenstrukturen in H‑Alpha und Helium-D3 mit koronalem Loch; H‑Alpha, H‑Alpha‑Flügel, He D3, EUV


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Am Vormittag des 18.01.2026 zeigt die Helium-D3-Aufnahme die aktive Region AR 4341 und ein koronales Loch – nur wenige Stunden bevor ein X1.9-Flare ausbrach. Die Interaktion des Flares mit dem schnellen Sonnenwind des koronalen Lochs legte vermutlich die Grundlage für außergewöhnlich starke Polarlichter in der Nacht vom 19.01.2026.

Das im Spektroheliogramm sichtbare koronale Loch ist besonders interessant, da es zeitlich und räumlich mit einem der stärksten geomagnetischen Stürme der letzten Jahrzehnte zusammenfällt. Der Flare vom späten Nachmittag des 18.01.2026 erhöhte vermutlich die CME-Geschwindigkeit und verkürzte die Laufzeit bis zur Erde. Beim Eintreffen der Schockfront am 19./20. Januar wurden extrem hohe Magnetfeldstärken gemessen; das Ereignis wurde offiziell als starker G4-Sturm eingestuft, nahe der G5-Schwelle.

Diese Aufnahme zeigt anschaulich, dass selbst indirekte chromosphärische Hinweise auf koronale Löcher wertvolle Informationen über die solare Ausgangssituation liefern, die später mit geomagnetischen Stürmen und Polarlichtern in Verbindung gebracht werden können.

Objekt: NA D2 - Linie. (obere Photosphäre bis untere Chromosphäre)

Besonderheit: Die Aufnahme markiert die Position von AR 4341 vor dem X1.9 Flare

Objekt: H-Alpha-Linie (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit:  AR 4341 zeigt sich als aktive Region mit Fibrillen und Filamenten.

Objekt: Helium-D3-Linie (obere Chromosphäre)

Besonderheit: Es zeigen sich  helle, emissionsarme, Regionen (z.B. unten links). Dies ist ein Hinweis auf ein Koronales Loch in der Umgebung von AR4341.

Objekt: Koronales Loch im extremen Ultraviolett (193Å),

Besonderheit: NASA/SDO (AIA/HMI/EVE) VISUALIZED BY HELIOVIEWER: Referenzbild zum koronalen Loch

X5.1 Rekordflare vom 11.11.2025


Aufnahmedaten:

11.11.2025, 09:41 UT, Bochum


Was zeigt das Projekt?

Aktive Region AR 4274 kurz vor dem Ausbruch eines X5.1 Rekord-Flare im Jahr 2025; H‑Alpha, H‑Alpha‑Flügel


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

AR 4274 war eine hochaktive, komplexe Sonnenfleckengruppe und eine der dominantesten aktiven Regionen des Jahres 2025. Sie produzierte im November 2025 eine Serie starker Eruptionen. Am 11.11.2025 löste sie einen X5.1‑Flare aus – die energiereichste Sonneneruption des Jahres – begleitet von einem koronalen Massenauswurf (CME), der starke geomagnetische Stürme (G4–G5) und Polarlichter verursachte. Die folgenden Analysen zeigen die Region 23 Minuten vor dem Flare-Peak. 

X5.1 Flare 2025-11-11 11.11.2025 Chromsophäre Flare AR 4274

Objekt: H‑Alpha (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: AR 4274 als helle aktive Region im nord-westlichen Quadranten. Diese kolorierte Aufnahme wurde in "Sterne und Weltraum 02/2026" veröffentlicht.

X5.1 Flare 2025-11-11 11.11.2025 Chromsophäre Flare AR 4274

Objekt: H‑Alpha (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: AR 4274 als helle aktive Region im nord-westlichen Quadranten. Rund um den Flare-Kern sind mehrere Plasmaströme und Fibrillen erkennbar.  

Objekt:  H-Alpha-Flügel (untere Chromosphäre)

Besonderheit: Die Aufnahme aus den Flügeln der H-Alpha-Linie zeigt AR 4274 in einer Mischung aus unterer Chromosphäre und oberer Photosphäre.

AR 4274 Sonnenfleck Photoshpäre

Objekt: Weißlicht (Photosphäre)

Besonderheit:  AR 4274 zeigt sich als komplexe Sonennflecken-Gruppe  um 09:47 UT, d.h. 7 Minuten vor dem Maximum des Ausbruches.

Aufnahme: Herschelkeil, Takahashi FS78 + ASI678MC

Objekt: H‑Alpha (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: In der Aktiven Region AR 4274 wurden drei Redshifts detektiert. JSOLEX schätzt die Geschwindigkeiten auf ~66 - 70 km/s. 

Delta Lambda Scan AR 4274

Objekt: H‑Alpha (untere bis mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Die animierte Variante des Δλ‑Scan  (+/- 2Å) um das H-Alpha-Linienzentrum zeigt die komplexe Struktur von AR4274 als animierte Bildabfolge.

Linienscan AR 4274 X5.1 Flare

Objekt: H‑Alpha (untere bis mittlere Chromosphäre)

Besonderheit:  Δλ‑Scan von AR 4274 (-0.9Å bis +0.9 Å): Im Linienzentrum sind filamentartige Strukturen sichtbar, die verdichtetes, heißes Material und magnetisch stark verzwirbelte Gebiete zeigen. 

Objekt: H‑Alpha (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: AR 4274 im Zeitverlauf - Position am 04.11.2025

Das Intensitätsdiagramm zeigt innerhalb der aktiven Region Bereiche, in denen die H-alpha-Line (blau) deutlich stärkere Emission zeigt als die Referenzlinei (gelb) oder die gemittelte Intensität des Scans (grün)

Objekt: H‑Alpha (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: AR 4274 im Zeitverlauf - Position am 07.11.2025

Objekt: H‑Alpha (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: AR 4274 im Zeitverlauf - Position am 11.11.2025 

Multispektrale Chromosphärenanalyse

Aufnahmedaten:
07.11.2025, 08:13 MEZ, Bochum

Was zeigt das Projekt?
Die Photosphäre, die untere, mittlere und obere Chromosphäre sowie ein koronales Loch, eine Ellerman-Bombe, mehrere Blueshifts; H‑Alpha, H‑Alpha‑Flügel, He D3, EUV

Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Dieses Projekt untersucht aktive Regionen der Chromosphäre in mehreren Spektrallinien: H‑Alpha-Linie, Flügel der H-Alpha-Linie und Helium D3-Linie. Besonders auffällig sind kleine dynamische Ereignisse wie eine Ellerman-Bombe in den Flügeln de rH-ALpha-Linie in der unteren Chromosphäre und Blueshift-Strukturen (aufsteigende Plasmabewegungen) in der mittleren Chromosphäre. Die Aufnahmen zeigen, wie sich dieselben Strukturen in verschiedenen Schichten unterschiedlich darstellen: Ein Filament in H‑Alpha kann in Helium D3 als helle Emission sichtbar werden, während andere Strukturen nur in der unteren Chromosphäre erscheinen.
Die Kombination der Linien ermöglicht eine stratifizierte Analyse der Chromosphäre und illustriert die vertikale Kopplung zwischen Photosphäre und Chromosphäre anschaulich. Ergänzt wird das Projekt durch ein Dopplergramm, das die Rotation der Sonne visualisiert: Auf der Sonnenseite, die auf uns zu rotiert, ist Blauschub sichtbar, auf der abgewandten Seite Rotverschiebung. So lassen sich die globale Bewegung der Sonnenoberfläche und lokale Strukturen in Relation zur Rotation analysieren.

Koronales Loch EUV

Objekt: Koronales Loch im extremen Ultraviolett (193Å), 


Besonderheit: NASA/SDO (AIA/HMI/EVE) VISUALIZED BY HELIOVIEWER: Referenzbild zum koronalen Loch

Heleium D3 Linie mit Hinweis auf Koronales Loch in der oberen Chromosphäre

Objekt: Helium-D3-Linie (obere Chromosphäre)

Besonderheit: Dieses Spektroheliogramm der He D3 Emissionslinie entstand am 07.11.2025 um 14:17 Uhr MEZ. Die Region im nördlichen Quadranten rechts zeigt weniger Emissionen in der oberen Chromosphäre (hellere Region), ein Hinweis auf ein Koronales Loch.

Helium-Emissionen der oberen Chromosphäre

Objekt: Helium-D3-Emissionen am Sonnenrand

Besonderheit: Die He D3-Linie emittiert Licht in der mittleren bis oberen Chromosphäre. Kurz bevor der Spalt im Scanvorgang die sichtbare Sonnenscheibe (Photospäre) erreicht, erfolgt der Blick nicht frontal, sondern tangential durch die Chromosphäre. In dieser Geometrie ist der optische Weg durch die He-D3-emittierende Schicht besonders lang, während das direkte photosphärische Kontinuum noch nicht im Strahlengang liegt. Die durch UV-Strahlung aus der Photosphäre angeregte Helium-Emission hebt sich dadurch deutlich vom dunklen Hintergrund ab.Die He-D3-Emissionslinie erscheint in diesem Frame des Videos bei starkem Kontrast als schmaler Lichtstreifen, noch bevor die Photosphäre selbst ins Bild tritt (vertikaler Lichtstreifen) – ein klassischer Rand- bzw. Limb-Effekt. 

H-Alpha-Spektroheliogramm

Objekt: H-Alpha-Llinie (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Lange Filament-Kette am rechten Sonnenrand von ca. 600.000km Länge.

Blueshift

Objekt: H‑Alpha-Line (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: In AR 4275 befindet sich noch starke Blueshifts auf der Spektrallinie - Materialbewegungen von der Sonnenoberfläche weg - JSOLEX schätzt die Geschwindigkeit auf 211 km/s.

Blueshift

Objekt: H‑Alpha-Line (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: In AR 4275 befinden sich starke Blueshifts auf der Spektrallinie - Materialbewegungen von der Sonnenoberfläche weg - JSOLEX schätzt die Geschwindigkeit auf 170 km/s.

Blueshift

Objekt: H‑Alpha-Line (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: In AR 4275  befindet sich noch ein Dritter starker Blueshift auf der Spektrallinie - Materialbewegungen von der Sonnenoberfläche weg - JSOLEX schätzt die Geschwindigkeit auf 115 km/s.

Objekt: Flügel der H‑Alpha-Line (untere Chromosphäre)

Besonderheit: In den aktiven Regionen zeigen sich Sonnenflecken.

Objekt: Flügel der H‑Alpha-Line (untere Chromosphäre)

Besonderheit: An der markierten Position befindet sich eine Ellerman-Bombe, nahe einer aktiven Region.

Ellerman-Bombe in der Spektrallinie

Objekt:  H-Alpha-Linie (untere Chromosphöre)

Besonderheit: Ellerman-Bombe als Emission in den Flügeln um den Linienkern. 

Objekt: H-Alpha-Linie (mittlere Chromosphäre) 

Besonderheit: Das Dopplergramm dient der Visualisierung von Plasmabewegungen entlang der Sichtlinie (blau auf den Beobachter zu, rot entfernt sich)


Multispektrale Chromosphärenanalyse


Aufnahmedaten:
30.10.2025, 08:13- 09:03 MEZ, Bochum

Was zeigt das Projekt?
Die Photosphäre, die untere, mittlere und obere Chromosphäre, ein koronales Loch;  

H‑Alpha, H‑Alpha‑Flügel, He D3, EUV 


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Diese Aufnahmen decken die Photosphäre sowie die untere, mittlere und obere Chromosphäre ab. Besonders interessant ist, dass sich viele Strukturen in den verschiedenen Schichten wiederholen, dabei aber unterschiedlich erscheinen: Ein Sonnenfleck in der Photosphäre zeigt sich in der Chromosphäre oft als helle Plage, während Filamente in H‑Alpha in Helium D3 als Emission sichtbar werden. Die Analyse dieser Linien erlaubt, die Dynamik der Sonnenatmosphäre über verschiedene Höhenlagen hinweg zu verfolgen und die Morphologie aktiver Regionen anschaulich darzustellen. Die obere Chromosphäre liefert in der He-D3-Linie zudem Hinweise auf ein koronales Loch, das durch EUV-Daten der NASA bestätigt wurde. 

Na DII  Spektroheliogramm Photoshpäre

Objekt: Natrium DII-Linie (Photosphäre)

Besonderheit: Spektroheliogramm der Photosphäre in der Natrium D II Linie vom 30.10.2025 um 08:13 UT.  

Objekt: Flügel der H‑Alpha-Linie (untere bis mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Spektroheliogramm der Sonne in den Flügeln der H-Alpha-Linie vom 30.10.2025 um 08:32 UT.

H-Alpha Spektrohemliogramm

Objekt: H‑Alpha-Linie (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Spektroheliogramm der Sonne in der H-Alpha-Linie vom 30.10.2025 um 08:32 UT. Man erkennt gut die Protuberanzen und Filamente der mittleren Chromosphäre sowie Aktive Regionen.

Helium D3 Linie mit Hinweis auf Koronales Loch in der oberen Chromosphäre

Objekt: Helium D3-Linie (obere Chromosphäre)

Besonderheit: Man erkennt die Heliumemissionen (dunkel) über den aktiven Regionen sowie Hinweise auf ein koronales Loch durch fehlende Heliumsemissionen (helle Bereiche) im Quadranten rechts-unten.

Helium D3 Linie mit Hinweis auf Koronales Loch in der oberen Chromosphäre

Objekt: Helium-D3-Linie (obere Chromosphäre)

Besonderheit: Helium D3-Emissionslinie mit starker Kontrasterhöhung. Die Region im südlichen Quadranten rechts zeigt weniger Emissionen (heller Region), ein Hinweis auf ein Koronales Loch.

Koronales Loch

Objekt: Koronales Loch im extremen Ultraviolett (193Å),

Besonderheit: NASA/SDO (AIA/HMI/EVE) VISUALIZED BY HELIOVIEWER: Referenzbild zum koronalen Loch

Δλ‑Scan von AR 4259 in der H-alpha-Linie 


Aufnahmedaten:
20.10.2025, 16:47 MEZ, Bochum

Was zeigt das Projekt?
AR 4259, H‑Alpha-Line, Δλ‑Scan; 


Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?

Dieses Projekt zeigt die aktive Region AR4259 in der H‑Alpha-Linie, ergänzt durch ein Dopplergramm und einen Δλ‑Scan. Die Aufnahmen machen sowohl Filamente als auch helle Plages der Chromosphäre sichtbar und dokumentieren die Morphologie der Region. Dadurch lässt sich die Dynamik und Entwicklung aktiver Strukturen über mehrere Höhenlagen hinweg verfolgen. Kleinräumige Aktivitätsmuster in der mittleren Chromosphäre können präzise analysiert werden. Das Dopplergramm veranschaulicht zusätzlich die Rotation der Sonne, wodurch die Verbindung zwischen lokalen Strukturen und globaler Dynamik deutlich wird. 

Objekt: H‑Alpha-Linie (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Aktiven Region 4259 vom 20.10.2025 um 16:47 MESZ.

Objekt: Flügel der H‑Alpha-Linie (Photosphäre bis mittlere Chromosphäre) 


Besonderheit: Der Δλ‑Scan für ein Filament in der Aktiven Region 4259 zeigt Materialgeschwindigkeiten bis zu 70km/s an. Hier die Bildfolge der einzelnen Scans als Abfolge von -2Å  bis +2Å  um das H-Alpha-Linienzentrum.

Objekt: Flügel der H‑Alpha-Linie (Photosphäre bis mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Animierte Variante des Δλ‑Scan für ein Filament in der Aktiven Region 4259 zeigt Materialgeschwindigkeiten bis zu 70km/s an. Hier die Bildfolge der einzelnen Scans als Abfolge von -2.6Å  bis +2.6Å  um das H-Alpha-Linienzentrum.

Objekt: Flügel der H‑Alpha-Linie (Photosphäre bis mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Animierte Variante des Δλ‑Scan für die komplette Sonnenscheibe zeigt starke Doppelverschiebungen der Filamente in AR 4259.

 Ca II K Spektroheliogramm


Aufnahmedaten:
20.10.2025, 13:42 MEZ, Bochum

Was zeigt das Projekt?
Die untere bis mittlere Chromosphäre;  Ca II K

Was ist besonders / wissenschaftlich interessant?
Diese Ca II K-Aufnahmen zeigen die untere bis mittlere Chromosphäre. Granulierte Strukturen, Knotenpunkte und Magnetnetzlinien werden deutlich, wodurch die dynamische Struktur der chromosphärischen Basis untersucht werden kann. Besonders interessant ist, dass sich in den Aufnahmen auch Protuberanzen erkennen lassen, die deutlich über die untere Chromosphäre hinausreichen. Damit wird gezeigt, dass die Ca II K‑Linie nicht ausschließlich die untere Chromosphäre abbildet, wie oft angenommen, sondern auch Strukturen in höheren Schichten sichtbar macht und so die vertikale Dynamik der Chromosphäre verdeutlicht.

Objekt: Ca II K-Linienkern (mittlere Chromosphäre)

Besonderheit: Spektrohleliogramm der Sonne in der Calcium-II-K-Linie (λ ≈ 393,4 nm) vom 20.10.25 um 13:42 Uhr MEZ.

Objekt: Ca II K-Linienflügel (untere Chromosphäre)

Besonderheit: Spektroheliogramm der Sonne im Offset von ~0,26 Å der Calcium-II-K-Linie. Man erkennt hier Plages sowie das chromosphärische Netzwerk.

Objekt: Ca II K-Linie (untere Chromosphäre) 



Besonderheit: Protuberanzen in der Calcium-II-K-Linie (λ ≈ 393,4 nm) vom 20.10.25 um 12:43 Uhr.