Grundlagen der Spektroheliografie
Inhaltsübersicht
- Die Spektroheliografie
- Die Sonnenatmosphäre – Energietransport und Schichten
- Die Sonnenatmosphäre - Magnetfelder als Strukturgeber
- Die Sonnenatmosphäre - Spektrallinien als Diagnosewerkzeug
- Der Spektroheliograf
- Spektrale Analyseverfahren
- Messunsicherheiten und Grenzen der Spektroheliografie
- Bürgerwissenschaftliche Spektroheliografie
- Quellen
Diese Seite vermittelt die Grundlagen der Spektroheliografie und richtet sich an technisch interessierte Amateurastronom:innen und erfahrene Sonnenbeobachter:innen. Grundkenntnisse in Astronomie und Teleskoptechnik sind hilfreich.
Die Inhalte der folgenden Texte wurden autodidaktisch erarbeitet. Hinweise zu Ungenauigkeiten oder fachlichen Fehlern nehme ich dankbar entgegen.
1. Die Spektroheliografie
Die Spektroheliografie basiert auf einem einfachen Grundprinzip: Die Sonne wird nicht als Ganzes fotografiert, sondern zeilenweise in einer einzelnen Spektrallinie abgetastet. Ein schmaler Spalt wählt dabei einen winzigen Ausschnitt der Sonnenscheibe aus, während ein Spektrograf genau die gewünschte Wellenlänge isoliert. Durch das anschließende Zusammensetzen vieler solcher Einzelaufnahmen entsteht ein vollständiges Bild der Sonne in genau dieser einen Wellenlänge.
Der Begriff Spektroheliografie setzt sich aus den griechischen Wortstämmen spectro (Spektrum), helio (Sonne) und graphein (schreiben, aufzeichnen) zusammen und bezeichnet eine Methode, mit der spektral selektierte Bilder der Sonne erzeugt werden. In der internationalen Fachliteratur – insbesondere im Englischen – ist dafür die Schreibweise spectroheliography üblich. Im Deutschen werden solche Begriffe jedoch häufig systematisch eingedeutscht: Aus -graph wird -graf und aus -graphy wird -grafie, wie beispielsweise auch bei Spektrografie, Fotografie oder Tomografie.
Die Spektroheliografie beruht auf dem gleichnamigen Instrument, dem Spektroheliografen. Amateur-Spektroheliografen sind etwa so groß wie eine größere Fotokamera und werden von Amateurastronomen in der Regel an einem Linsenteleskop genutzt.
In der Spektroheliografie wird das weiße Licht der Sonne gezielt in einzelne Spektrallinien zerlegt (so wie feine Wassertropfen beim Regenbogen das Sonnenlicht in ein Spektrum zerlegen). Anders als bei der normalen Fotografie der Sonne im Weißlicht wird daher nicht das gesamte Licht auf einmal aufgenommen, sondern nur ein sehr enger Bereich bestimmter Wellenlängen.
Jede dieser Wellenlängen stammt aus einer anderen Schicht der Sonnenatmosphäre. Mit dem Spektroheliografen kann man auswählen, welche Wellenlänge und damit auch welche Schicht der Sonnenatmosphäre abgebildet werden soll. Dabei zeigt sich die Sonnenatmosphäre in jeder Wellenlänge mit unterschiedlichen Strukturen, das macht den Spektroheliografen zu einem sehr vielseitigem astronomischen Instrument.
Zur Aufnahme der Sonne in einer ausgewählten Wellenlänge tastet ein sehr schmaler Spalt des Spektroheliografen die Sonne Schritt für Schritt ab, vergleichbar mit einem Kopiergerät. Ein vollständiges Bild der Sonne entsteht erst, wenn viele Einzelaufnahmen der einzelnen Spaltpositionen miteinander am Computer kombiniert werden (untenstehende Abbildung, Position A).
Während des Scanvorgangs wird die Sonnenscheibe quer zum Spalt gescannt, sodass nach und nach viele Einzelaufnahmen entstehen. Jede Aufnahme wird in einer bestimmten Spektrallinie mit einer Videokamera aufgezeichnet (untenstehende Abbildung, Position B).
Anschließend setzt spezielle Rekonstruktionssoftware diese digitalen Einzelaufnahmen zu einem vollständigen Bild zusammen. Die Spaltinformationen werden dabei in der richtigen Reihenfolge aneinandergereiht. So entsteht schließlich ein digitales Spektroheliogramm – ein zweidimensionales Bild der Sonnenscheibe in der gewählten Spektrallinie (untenstehende Abbildung, Position C).
Im Detail: Während des Scanprozesses speichert die Videokamera jede Einzelaufnahme in der gewählten Spektrallinie. Die Belichtungszeit pro Bild beträgt nur etwa 1 Millisekunde, sodass schnelle Details der Sonne eingefangen werden.
Die linken und rechten Ränder der Einzelbilder entsprechen den Rändern der Sonnenscheibe. Ein vollständiger Scan dauert bei 16x sideraler Geschwindigkeit ungefähr 10 Sekunden.
Im Detail: Die Rekonstruktionssoftware setzt das Sonnenbild anschließend aus den Einzelbildern des Videos zusammen: oben das Video des Scanprozesses, unten wird parallel das Spektroheliogramm rekonstruiert.
Abschließend kann das fertige Spektroheliogramm der Sonne koloriert werden, wie zum Beispiel diese Aufnahme der Sonne in der H-alpha-Linie. Am Ende erhält man sowohl ein ästhetisches Abbild der Sonne in einer spezifischen Spektrallinie, gleichzeitig enthält das Datenmaterial des Scans aber auch alle spektralen Informationen für vertiefende sonnenphysikalische Analysen.
2. Die Sonnenatmosphäre – Energietransport und Schichten
Die Sonnenatmosphäre besteht aus einem elektrisch leitfähigen Plasma (ähnlich einem extrem heißen Gas), dessen großräumige Bewegungen eng mit dem solaren Magnetfeld verknüpft sind. Im Rahmen der Magnetohydrodynamik (MHD) lassen sich viele der beobachteten solaren Strukturen als Ergebnis dieser Wechselwirkung zwischen Plasma und Magnetfeld verstehen.
Die Spektrallinien, die wir in der Spektroheliografie beobachten, entstehen dabei durch Strahlungstransportprozesse in diesem Plasma. Dabei wirken die Spektrallinien wie „Informationsträger“ aus verschiedenen Höhen der Sonnenatmosphäre und geben uns Hinweise auf Temperatur, Dichte, Bewegung und magnetische Strukturen.
Um diese Zusammenhänge besser einzuordnen, betrachten wir nun den Aufbau der Sonne im Zusammenhang. Die Sonne ist kein statisches Objekt, sondern ein geschichtetes und dynamisches System, in dem sich die physikalischen Bedingungen mit zunehmender Höhe deutlich verändern. Genau diese Veränderungen bestimmen auch, welche Strukturen wir in unterschiedlichen Spektrallinien beobachten können.
Im Folgenden betrachten wir den Aufbau der Sonne von innen nach außen – von der Energieerzeugung im Inneren bis hin zur ausgedehnten Sonnenatmosphäre.
Die Sonne ist ein Stern, der aus mehreren Schichten besteht. Im inneren Kern verschmilzt Wasserstoff zu Helium, wobei die Energie entsteht, die die Sonne leuchten lässt und das Licht liefert, das wir sehen.
Diese Energie wird zunächst in der sehr dichten Strahlungszone weitergegeben, wobei die Energie in Photonen langsam von Teilchen aufgenommen und wieder abgegeben wird. Aufgrund der hohen Teilchendichte kann sichtbares Licht die Strahlungszone nicht frei durchqueren, die Photonen gehen quasi von einem Teilchen direkt auf das nächste weiter. Die in der Strahlungszone transportierte Energie benötigt aufgrund ständiger Wechselwirkungen und Streuprozesse typischerweise mehrere zehntausend bis hunderttausend Jahre, bevor die Energie in Form von Lichtquanten diese Zone verlassen und in darüberliegende Schichten weitertransportiert werden kann.
In der darüberliegenden, etwas geringer dichten Konvektionszone wird ein Großteil der Energie überwiegend durch Konvektion (Materiebewegung) transportiert. Wärme entspricht dabei der Bewegungsenergie der Teilchen. In der Konvektionszone steigt heißes Plasma in Konvektionszellen zur Sonnenoberfläche auf, kühlt ab und sinkt wieder, wodurch die Energie weiter nach außen transportiert wird, vergleichbar mit einem blubbernden Topf kochenden Wassers.
Die im Licht sichtbare Oberfläche der Sonne nennt man Photosphäre. Sie ist etwa 500 km dick, von deutlich geringerer Dichte als die darunter liegende Konvektionsschicht und gibt die Energie im kontinuierlichem Spektrum, und damit auch in dem für uns sichtbaren Licht, ab. Auf der Photosphäre erkennt man verschiedene Strukturen: helle Fackelgebiete, dunkle Sonnenflecken und feine Granulation, die durch Bewegungen des heißen Plasmas entstehen. Diese Beobachtungen zeigen, dass die Sonne keine gleichmäßige Scheibe ist, sondern eine lebendige, dynamische Oberfläche besitzt.
Zwischen Photosphäre und Chromosphäre liegt die sogenannte Temperaturminimumregion. Diese dynamische Schicht ist stark durch akustische Oszillationen und daraus resultierenden Schockstrukturen (K-grains) geprägt. In einigen neueren Literaturquellen wird sie daher auch als Fluctosphere bezeichnet. Vom Kern der Sonne bis hierher nimmt die Temperatur kontinuierlich ab, bevor Sie dann - bislang noch nicht vollständig geklärt - in der Chromosphäre wieder ansteigt.
Über der Photosphäre liegt die Chromosphäre, die mehrere tausend Kilometer dick ist und starke Plasmabewegungen zeigt. Hier spielen magnetische Felder eine große Rolle. Typische Strukturen sind Protuberanzen – große Bögen aus Plasma –, Filamente – dunkle Plasmafäden vor der Sonnenscheibe –, helle Plages, schmale, kurzlebige Spikulen und kleine Aufhellungen, sogenannte Ellerman-Bomben. Viele dieser Strukturen entstehen oder verschwinden innerhalb von Minuten bis Stunden - eine sehr dynamische Schicht der Sonnenatmosphäre.
Die äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre ist die Korona. Sie ist extrem heiß und hat eine sehr geringe Teilchendichte. Sie erstreckt sich Millionen Kilometer weit in den Weltraum. Der starke sprunghafte Temperaturanstieg von der Chromosphäre zur Korona ist bis heute nicht völlig geklärt. Im normalen Licht ist sie kaum sichtbar, außer bei speziellen Beobachtungen oder während einer totalen Sonnenfinsternis. Die Korona erzeugt den Sonnenwind, der das Erdmagnetfeld beeinflusst, Polarlichter in unserem Nachthimmel erzeugt und die Bedingungen im gesamten Sonnensystem mitbestimmt.
Aufbau der Sonne in Schichten:
3. Die Sonnenatmosphäre - Magnetfelder als Strukturgeber
Die gesamte Sonnenatmosphäre ist nicht primär durch ihre chemische Zusammensetzung, den Energietransport oder durch einzelne Temperaturzonen geprägt, sondern durch das Magnetfeld als übergeordnete Strukturgröße. Es bestimmt, wie Plasma verteilt wird, wie Energie transportiert wird und in welchen Höhen bestimmte Spektrallinien sichtbar werden. In der Spektroheliografie erscheinen daher alle beobachteten Strukturen – unabhängig von der gewählten Wellenlänge – letztlich als unterschiedliche Projektionen magnetisch geordneten Plasmas.
Die Entstehung solarer Magnetfelder bzw. des solaren Dynamos ist heute noch nicht abschließend geklärt. Einige Studien und Modelle deuten darauf hin, dass ein wesentlicher Teil des solaren Dynamos in der Tachokline lokalisiert ist, einer Grenzschicht zwischen der Strahlungs- und Konvektionszone. Diese Tachokline zeichnet sich durch starke Scherkräfte aus, die entscheidend für den Dynamo-Prozess sind. Dort werden schwache poloidale Felder (magnetische Feldlinien verlaufen von Pol zu Pol) in starke toroidale Felder (magnetische Feldlinien verlaufen ringförmig um die Rotationsachse) umgewandelt, die später die Sonnenaktivität antreiben. Es gibt hierzu aber auch konkurrierende Erklärungsmodelle, welche den solaren Dynamo zum Beispiel auch allein in der Konvektionszone beschreiben. Die genauen Prozesse des solaren Dynamos sind letztlich bis heute nicht vollständig verstanden.
Da die Sonne kein fester Körper ist, rotiert sie unterschiedlich schnell: Am Äquator dreht sie sich schneller als in den Polregionen. Diese sogenannte Differentialrotation verdrillt und verbiegt die Magnetfeldlinien mit der Zeit immer stärker.
Dadurch entstehen komplexe Magnetfeldstrukturen. Manche Feldlinien bilden geschlossene Bögen zwischen aktiven Regionen auf der Sonnenoberfläche. Andere öffnen sich und reichen weit in den Weltraum hinaus. Diese magnetischen Strukturen sind verantwortlich für Sonnenflecken, Protuberanzen, Flares und koronale Massenauswürfe.
In der Photosphäre konzentriert sich das Magnetfeld in Form von schmalen Flussröhren, die in den Beobachtungen als G-Band Bright Points oder als magnetisch kontrastreiche Strukturen in Linien wie Mg I b sichtbar werden. Diese Bereiche markieren die Fußpunkte der magnetischen Feldlinien und bilden die Verbindung zwischen sichtbarer Oberfläche und darüberliegenden Atmosphärenschichten. Diese magnetischen Flussröhren bilden die kleinsten strukturellen Einheiten des solaren Magnetfeldes und können sich bei ausreichender Konzentration zu größeren magnetischen Komplexen zusammenschließen. In besonders stark ausgeprägten Regionen führen diese Feldbündelungen zur Ausbildung von Sonnenflecken, in denen das Magnetfeld die konvektive Energiezufuhr der Photosphäre lokal unterdrückt und dadurch eine deutlich geringere Temperatur und Helligkeit verursacht: die kühleren Sonnenflecken erscheinen dunkler als ihre Umgebung.
Mit zunehmender Höhe dominiert das Magnetfeld die Struktur der Atmosphäre. In der Chromosphäre organisiert es das Plasma in ein großskaliges Netzwerk, das sich an den Grenzen der Supergranulationszellen ausbildet. Hier entstehen die typischen chromosphärischen Netzwerkstrukturen, Bright Points sowie die schwächeren Intranetwork-Regionen, die jeweils unterschiedliche magnetische Flussdichten widerspiegeln. Auch Plages in aktiven Regionen sind Ausdruck konzentrierter magnetischer Felder, die die lokale Emission deutlich verstärken.
In dynamischen Phänomenen wie Filamenten, Protuberanzen oder Spikulen wird die Wirkung des Magnetfeldes besonders deutlich: Das Plasma folgt den Feldlinien und zeichnet deren Geometrie indirekt nach. Die tatsächlichen Magnetfeldlinien selbst sind dabei nicht sichtbar, ihre Struktur manifestiert sich ausschließlich über die Emission und Absorption des gebundenen Plasmas.
Auch die spektralen Eigenschaften der Spektrallinien sind eng an das Magnetfeld gekoppelt. Die genaue Form von Linienprofilen, ihre Aufspaltung, Breite und asymmetrische Verschiebung werden wesentlich durch magnetisch beeinflusste Bewegungen und Dichteänderungen bestimmt. In den Flügeln der Linien werden zusätzlich dynamische Prozesse wie Auf- und Abwärtsbewegungen des Plasmas sichtbar, die häufig ebenfalls entlang magnetischer Strukturen verlaufen.
Selbst in höheren Atmosphärenschichten bleibt das Magnetfeld die dominierende Strukturgröße. In der oberen Chromosphäre und im Übergang zur Korona zeigen Linien wie He I D3 großräumige magnetische Konfigurationen, etwa koronale Löcher, die durch offene Feldlinienbereiche gekennzeichnet sind. Diese Regionen beeinflussen den Teilchenstrom in den interplanetaren Raum und markieren den Übergang zwischen gebundenem und freiem Sonnenplasma.
Die Spektroheliografie ist daher nicht nur ein Verfahren zur Abbildung einzelner Spektrallinien, sondern im Kern eine Methode zur indirekten Rekonstruktion der magnetischen Struktur der Sonnenatmosphäre. Jede Wellenlänge fungiert dabei als spezifisches Fenster in eine bestimmte Höhe und Dichte des Plasmas, während das Magnetfeld als verbindende Grundgröße alle diese Ebenen strukturiert und miteinander koppelt.
👉 Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Das grün kolorierte Spektroheliogramm zeigt magnnetische Strukturen der Photosphäre (Mg Band 1 -Linie): Man erkennt helle Fackelgebiete und die dunklen Sonnenflecken als Fußpunkte der magnetischen Feldlinien sowie ein feines chromosphärisches Netzwerk. Diese Strukturen treten dort auf, wo die magnetische Feldstärke höher ist.
Das violett kolorierte Spektroheliogramm zeigt Strukturen der unteren bis mittleren Chromosphäre (Ca II K-Linie): Man erkennt in diesen höheren Schichten helle Plages und ein großskaliges chromosphärisches Netzwerk. Diese Strukturen treten dort auf, wo die magnetische Feldstärke höher ist. Das bedeutet, dass man hier Plasma sieht, das durch Magnetfelder geformt wird, die Feldlinien selbst sind jedoch nicht direkt sichtbar. Dunkle Filamente und Protuberanzen sammeln sich entlang von Magnetfeldlinien über und neben der Sonnenscheibe.
Das nachfolgende rot kolorierte Spektroheliogramm zeigt Strukturen der mittleren bis oberen Chromosphäre (H-alpha-Linie): Hier erkennt man dynamische Strukturen wie Protuberanzen (aufsteigende Plasmabögen), Filamente (dunkle Plasmafäden auf der Sonnenscheibe), Spikulen (kurzlebige Plasmajets) und kleine magnetische Rekonnexionen, sogenannte Ellerman-Bomben. Viele dieser Strukturen orientieren sich entlang magnetischer Feldlinien, sodass das Plasma die Form der Magnetfelder widerspiegelt. Die Feldlinien selbst sind jedoch nicht sichtbar.
Das nachstehende gelb kolorierte Spektroheliogramm zeigt Strukturen der oberen Chromosphäre (He I D3-Linie): Die He I D3-Linie entsteht durch Emission von neutralem Helium, das in der oberen Chromosphäre durch UV- und Röntgenstrahlung der Korona angeregt wird. In Regionen, in denen die Korona weniger Strahlung abgibt, ist die Helium-Emission schwächer. Solche Bereiche liefern daher indirekte Hinweise auf koronale Löcher – große, magnetisch offene Regionen, aus denen der Sonnenwind ins All strömt. Heliumemissionen sind hier dunkel dargestellt, helle und strukturlose Bereiche sind Indikatoren für koronale Löcher.
4. Die Sonnenatmosphäre - Spektrallinien als Diagnosewerkzeug
Das Licht der Sonne ist nicht einfach gleichmäßig über alle Farben verteilt, sondern enthält viele spezielle schmale Linien, die man Spektrallinien nennt. Diese entstehen, weil Licht genau definierte Wechselwirkungen mit Atomen oder Ionen in der Sonnenatmosphäre hat. Jede Spektrallinie liefert besondere Informationen über die Schicht, in der sie entsteht. Die Gesamtheit aller Spektrallinien des Sonnenlichts wird als Sonnen-Spektrum bezeichnet.
Das Sonnen-Spektrum wird hauptsächlich in der Photosphäre, der sichtbaren Oberfläche der Sonne, erzeugt. Wenn das Licht durch darüberliegende, kühlere Schichten der Atmosphäre zieht, werden bestimmte Wellenlängen von den vorhandenen Atomen und Ionen absorbiert. So entstehen die bekannten Fraunhofer-Linien, dunkle Absorptionslinien im Spektrum. Ein bekanntes Beispiel ist die H‑alpha-Linie des neutralen Wasserstoffs, die im Photosphärenspektrum als dunkle Linie sichtbar ist. Die genaue Position, Breite und Tiefe einer Linie hängt unter anderem von Temperatur, Dichte und Bewegung des Plasmas ab.
In höheren Schichten, wie der Chromosphäre oder der Korona, kann das Licht unter bestimmten Bedingungen auch emittiert werden – die angeregten Atome oder Ionen senden dann bei charakteristischen Wellenlängen wieder Licht aus. H‑alpha-Emission tritt zum Beispiel in Protuberanzen, Ellerman-Bomben oder Flares auf. Weitere wichtige Linien für die Beobachtung sind die Calcium-II-K- und H-Linien sowie die Helium-D3-Linie, die dabei helfen, Strukturen, Temperatur- und Magnetfeldverteilungen in der Atmosphäre sichtbar zu machen.
Jede Spektrallinie gehört eindeutig zu einem chemischen Element oder einem bestimmten Ionisationszustand, zum Beispiel neutralem oder ionisiertem Wasserstoff, Calcium oder Natrium. Die Form und Breite der Spektrallinie verraten zusätzlich, wie heiß oder dicht das Plasma ist, wie stark das Magnetfeld wirkt und wie das Plasma sich bewegt.
Durch die gezielte Auswahl bestimmter Spektrallinien kann man also bestimmte Höhen und Bedingungen in der Sonnenatmosphäre sichtbar machen. Auf diese Weise lassen sich Strukturen und Prozesse erkennen, die typisch für bestimmte Temperaturen, Dichten oder Magnetfelder sind. Spektrallinien sind damit ein zentrales Werkzeug, um die Sonne nicht nur als Lichtquelle, sondern als dynamisches, magnetisch geordnetes Plasma zu verstehen.
Neben Temperatur, Dichte und Magnetfeldern liefern Spektrallinien auch direkte Informationen über Bewegungen im Sonnenplasma. Bewegt sich das Plasma entlang der Sichtlinie auf die Erde zu oder von ihr weg, verschiebt sich die Position der Spektrallinie geringfügig im Spektrum. Dieses Phänomen wird als Dopplerverschiebung bezeichnet.
Verschiebt sich die Linie zu kürzeren Wellenlängen (Blauverschiebung), bedeutet das, dass sich das Plasma auf den Beobachter zubewegt. Eine Verschiebung zu längeren Wellenlängen (Rotverschiebung) zeigt dagegen eine Bewegung vom Beobachter weg an. Selbst sehr kleine Verschiebungen lassen sich mit geeigneten Instrumenten messen und ermöglichen die Bestimmung von Geschwindigkeiten im Bereich von wenigen Kilometern pro Sekunde bis hin zu mehreren hundert Kilometern pro Sekunde bei eruptiven Ereignissen.
Auf diese Weise können dynamische Prozesse in der Sonnenatmosphäre sichtbar gemacht werden, etwa aufsteigende und absinkende Plasmaströme, Schockwellen, Materialbewegungen in Protuberanzen oder schnelle Ausflüsse bei Flares. Besonders in schmalbandigen Beobachtungen, wie sie in der Spektroheliografie eingesetzt werden, lassen sich durch gezieltes Abtasten der Linienflügel unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche darstellen.
Die Dopplerverschiebung ergänzt damit die Informationen über physikalische Bedingungen in der Sonnenatmosphäre um eine entscheidende Dimension: die Bewegung. Sie macht die Sonne nicht nur als strukturiertes, sondern als hochdynamisches System sichtbar.
Die folgende Illustration zeigt, wie einzelne Wellenlängen des Sonnen-Spektrums aus der Photosphäre in den höheren Schichten der Sonnenatmosphäre absorbiert und wieder emittiert wird. Oben wird die Absorption dargestellt: Ein Photon wird von einem Atom aufgenommen und nicht in derselben Richtung wieder ausgesendet, wodurch eine dunkle Absorptionslinie entsteht. Unten ist die Emission visualisiert: Ein Atom sendet durch Energieanregung ein Photon aus, sichtbar als helle Linie.
Im Folgenden werden die für die Amateur-Spektroheliografie bedeutsamen Spektrallinien charakterisiert:
H-alpha Linie – Wasserstoff (656,28 nm)
H-beta Linie – Wasserstoff (486,1 nm)
Ca II K – Kalzium (393,37 nm)
Ca II H – Kalzium (396,85 nm)
He I D3 – Helium (587,56 nm)
Na I D-Linien – Natrium (589,0 / 589,6 nm)
Fe I / Fe II – Eisenlinien
G-Band – CH-Molekülband (≈430,5 nm)
Mg I b2 – Magnesium (517,27 nm)
Bildanimation: Spektroheliogramme in verschiedenen Spektrallinien zeigen unterschiedliche Schichten der Sonnenatmosphäre.
5. Der Spektroheliograf
Ein Spektroheliograf (alternativ: Spektroheliograph oder kurz: SHG) ist ein spezialisiertes bildgebendes Instrument der solaren Spektroskopie, das die Sonne zeilenweise in einer gezielt ausgewählten Spektrallinie abbildet. Die spektrale Selektion erfolgt nicht über schmalbandige Filter, sondern durch eine dispersive Optik, bestehend aus Eintrittsspalt, Kollimator und Beugungsgitter. Dieses Prinzip erlaubt eine echte spektrale Zerlegung des Sonnenlichts und damit eine wesentlich höhere spektrale Auflösung im Vergleich zu filterbasierten Systemen. Die folgenden Angaben beziehen sich auf den von mir eingesetzten Spektroheliograf MLAstro SHG-700.
Das vom Teleskop gesammelte Sonnenlicht wird zunächst auf den Eintrittsspalt des Spektroheliografen fokussiert. Der Spalt definiert die räumliche Ausdehnung des erfassten Sonnenausschnitts senkrecht zur Scanrichtung und bestimmt maßgeblich die laterale Auflösung entlang der Spaltachse.
Nach dem Eintritt durch den Spalt wird das Licht durch den Kollimator parallelisiert und auf das Beugungsgitter gelenkt, das die einzelnen Wellenlängen räumlich aufspaltet. Durch die präzise Justage von Spalt, Gitter und Kamera kann eine gewünschte Spektrallinie selektiv auf den Detektor projiziert werden. Innerhalb der Linie lässt sich zudem auswählen, ob bevorzugt der Linienkern oder die Flanken erfasst werden, wodurch unterschiedliche Höhenlagen und physikalische Bedingungen innerhalb der Chromosphäre sichtbar gemacht werden.
Zur Detektion kommt eine monochrome Kamera zum Einsatz. Eine geringe Pixelgröße (z.B. 2 µm) ermöglicht eine feine Abtastung der Sonnenstruktur entlang des Eintrittsspalts. Da die Sonnenscheibe deutlich breiter ist als der Spalt, wird sie während der Aufnahme zeilenweise gescannt. Die entstehenden Einzelzeilen werden anschließend mit spezieller Auswertesoftware, beispielsweise INTI oder JSOLEX, zu einem vollständigen zweidimensionalen Spektroheliogramm rekonstruiert.
Das resultierende Spektroheliogramm zeigt die Sonne in der gewählten Spektrallinie und hebt chromosphärische Strukturen wie Protuberanzen, Filamente und Plages mit hohem Kontrast hervor. Aufgrund der hohen spektralen Auflösung eignen sich die Daten nicht nur für die visuelle Analyse, sondern auch für weiterführende quantitative Untersuchungen. So lassen sich unter anderem räumliche Ausdehnungen, Höhenentwicklungen und Bewegungen chromosphärischer Materie ableiten. Geringe Wellenlängenverschiebungen innerhalb der Linie ermöglichen darüber hinaus die Analyse von Doppler-Effekten und liefern Hinweise auf Strömungs- und Dynamikprozesse in der Chromosphäre.
Die folgende Abbildung zeigt einen Amateur-Spektroheliograf (schwarz) mit Kamera (rot) und Motorfokus am Linsenteleskop (weiß).
Die folgende Abbildung zeigt einen schematischen Aufbau eines Amateur-Spektroheliografen.
6. Spektrale Analyseverfahren
Die Spektroheliografie liefert nicht nur Bilder der Sonne in einzelnen Spektrallinien, sondern enthält in jedem Datensatz vollständige spektrale Informationen über Intensität, Linienform und Verschiebung. Aus diesen Daten lassen sich unterschiedliche physikalische Ebenen der Sonnenatmosphäre rekonstruieren.
Grundsätzlich lassen sich die Analyseverfahren in drei Kategorien einteilen:
- spektrale Analysen, die die Form und Intensität der Spektrallinie untersuchen,
- dynamische Analysen, die Bewegungen des Plasmas über Dopplereffekte erfassen, sowie
- geometrische Auswertungen, die räumliche und strukturelle Eigenschaften der beobachteten Phänomene ableiten.
Die Analyseverfahren können mitihlfe von Software wie JSolEx (externer Link), INTI (externer Link) sowie der Ergänzungsumgebung INTI Partner (externer Link) durchgeführt werden.
Doppler-Analyse: Dopplergramm der derotierten Sonnenscheibe
Doppler-Analyse: Dopplergramm der rotierenden Sonnenscheibe
Doppler-Analyse: Differentialrotation der Sonne
Doppler-Analyse: Dopplergramm der Rotation mit ergänzender Höheninformation
Doppler-Analyse: Protuberanzen-Dopplergramm
Doppler-Analyse: Redshift-Detektion
Doppler-Analyse: Δλ-Scan (=Delta-Lambda-Scan)
Spektrallinien-Analyse: Flare-Detektion
Spektrallinien-Analyse: Ellerman-Bomben-Detektion
Spektrallinien-Analyse: Halbwertsbreite
Spektrallinien-Analyse: Linienintensität
Heliografisches Koordinatensystem: Positionsbestimmung
Carrington-Planisphäre
Magnetogramm
Mehrlinien-Spektroheliografie
Höhen- und Längenmessungen
Hinweise auf koronale Löcher in der He I D3-Linie
7. Messunsicherheiten und Grenzen der Spektroheliografie
Wie bei allen hochauflösenden spektroskopischen Verfahren unterliegt auch die Spektroheliografie einer Reihe von Messunsicherheiten und systematischen Einflüssen, die bei der Interpretation der Daten berücksichtigt werden müssen. Diese ergeben sich sowohl aus instrumentellen Faktoren als auch aus äußeren Beobachtungsbedingungen und physikalischen Eigenschaften der Sonnenatmosphäre.
Eine zentrale Einschränkung resultiert aus den atmosphärischen Bedingungen am Beobachtungsort. Luftunruhe (Seeing) verursacht zeitlich variierende Bildverschiebungen und Verzerrungen entlang des Eintrittsspalts, was insbesondere bei der zeilenweisen Abtastung der Sonnenscheibe zu lokalen Unschärfen oder geometrischen Verzerrungen im rekonstruierten Spektroheliogramm führen kann. Kurzzeitige Seeing-Effekte lassen sich durch hohe Bildraten und Mittelungsverfahren reduzieren, vollständig eliminieren lassen sie sich jedoch nicht.
Die mechanische und optische Stabilität des Systems ist entscheidend für die Messgenauigkeit. Geringfügige Veränderungen in der Ausrichtung von Eintrittsspalt, Beugungsgitter oder Kamera können zu Verschiebungen der erfassten Spektrallinie führen. Diese Effekte sind insbesondere bei Doppler-Messungen relevant, da schon minimale Wellenlängenänderungen als Geschwindigkeitsunterschiede interpretiert werden. Eine sorgfältige Justage sowie eine stabile mechanische Konstruktion sind daher unerlässlich, um systematische Fehler zu minimieren.
Die spektrale Auflösung des Instruments setzt eine weitere Grenze für die Detektionsgenauigkeit. Trotz hoher Trennschärfe können Doppler-Verschiebungen nur innerhalb der Auflösungsgrenzen zuverlässig gemessen werden. Bei sehr geringen Geschwindigkeiten oder stark verbreiterten Linien ist die Unterscheidung zwischen realen physikalischen Verschiebungen und instrumentellen Effekten nicht immer eindeutig.
Bei der Bestimmung von Höhen- und Längenmaßen chromosphärischer Strukturen entsteht Unsicherheit durch die Annahme, dass eine Struktur eindeutig einer einzelnen Höhenlage zugeordnet werden kann. Viele Phänomene erstrecken sich über mehrere Höhenbereiche und weisen komplexe dreidimensionale Geometrien auf. Die Messergebnisse liefern daher effektive oder projizierte Werte und sollten nicht als exakte geometrische Höhen interpretiert werden.
Da die Spektroheliografie ein zeilenweise arbeitendes Verfahren ist, können sich dynamische Veränderungen der Sonnenatmosphäre während des Scanvorgangs auf das Bild auswirken. Schnell ablaufende Prozesse führen zu zeitlichen Überlagerungseffekten, die insbesondere bei der Analyse hochdynamischer Ereignisse berücksichtigt werden müssen.
Trotz dieser Einschränkungen liefert die Spektroheliografie bei sorgfältiger Durchführung und bewusster Interpretation äußerst wertvolle und belastbare Daten. Die Kenntnis der genannten Unsicherheiten ermöglicht es, Messergebnisse realistisch einzuordnen und unterstützt eine physikalisch fundierte Analyse der beobachteten Strukturen und Prozesse in der Sonnenatmosphäre.
8. Bürgerwissenschaftliche Spektroheliografie
Bürgerwissenschaft, oder Citizen Science, bezeichnet die aktive Beteiligung von Laien an wissenschaftlichen Projekten. Engagierte Amateurastronom:innen tragen dabei wertvolle Beobachtungsdaten bei, die professionelle Forschung ergänzen und langfristige, regelmäßige Messungen ermöglichen.
Ein besonders interessantes Beispiel ist das Observatoire de Paris – Meudon mit seinem BASS2000-Projekt: Professional–Amateur-Projekten (externer Link). Hier werden Spektroheliogramme der Sonne gesammelt und ausgewertet. Die Spektroheliografie ist ein leistungsfähiges Instrument für die bürgerwissenschaftliche Sonnenforschung: Sie ersetzt keine Satellitenmissionen oder professionellen Observatorien, kann diese aber durch kontinuierliche Langzeitbeobachtungen sinnvoll ergänzen. So lassen sich zeitliche Entwicklungen solarer Phänomene wie Protuberanzen, Filamente, aktive Regionen oder Doppler-Verschiebungen über Tage, Wochen und Monate dokumentieren. Projekte wie SOLAP (SOLAP; externer Link). nutzen diese Daten, um Ereignisse einzuordnen und auffällige Phänomene frühzeitig zu melden.
Neben ihrem wissenschaftlichen Nutzen besitzt die Spektroheliografie auch einen hohen Bildungswert: Sie macht physikalische Prozesse auf der Sonne sichtbar, vermittelt Grundlagen der Spektroskopie und sensibilisiert ein breites Publikum für die Dynamik der Sonnenatmosphäre. Richtig eingesetzt, leistet sie somit einen substanziellen Beitrag sowohl zur professionellen Forschung als auch zur Förderung bürgerwissenschaftlicher Partizipation.
Die folgende Abbildung zeigt das Observatorium Paris-Meudon. Hier wird die BASS2000 Solar Database verwaltet, in der historische und aktuelle Spektroheliogramme gesammelt werden.
Bildquelle: Meudon Observatory, 22 May 2009. Photo by Jean-Marc Astesana from Voisins le Bretonneux, France, via Flickr, licensed under CC BY-SA 2.0. Online: File:Meudon Observatory (3560369038).jpg - Wikimedia Commons (externer Link).
9. Quellen
- Banisch, J. (2014): Astro-Praxis: Die Sonne – Eine Einführung für Hobby-Astronomen.
Oculum-Verlag, Erlangen. 2. aktualisierte Auflage. - BASS2000: Solar survey archive. Online-Ressource: https://bass2000.obspm.fr/ (Stand: 18.04.2026).
- Buil, C.: Sol’Ex – The Solar Explorer. Online-Ressource: https://solex.astrosurf.com/ (Stand: 18.04.2026).
- Cheshire, A. G. H.: Observing the Sun in Ca II K. (Reprint / technical article, Ca II K solar observations, amateur–professional bridge literature). Online unter: Observing%20in%20Ca%20II%20K.pdf (Stand 18.04.2026)
- Champereau, C.: JSolEx – Java Solar Explorer. Software zur Verarbeitung von Sonnenvideos und Spektroheliogrammen. Online-Ressource: https://www.astro-electronic.de/ (Stand: 18.04.2026).
- Foukal, P. V. (2013): Solar Astrophysics. Wiley-VCH.
- Harrison, K. M. (2016): Imaging Sunlight Using a Digital Spectroheliograph. Springer, Cham (The Patrick Moore Practical Astronomy Series).
- Desnoux, V. : INTI Spectroheliography Processing. Online-Ressource: valerie.desnoux.free.fr/inti/ (Stand: 18.04.2026).
- Menzel, D. H. (2014):
Our Sun. Revised Edition (Harvard Books on Astronomy, Vol. 5).
Harvard University Press, Cambridge (MA). - Mete, F. (2019): Digital Spectroheliography. Online-Ressource: https://www.lightfrominfinity.org/Libro%20Spettroeliografia%20digitale%20testo%20inglese/English%20Text.pdf (Stand: 18.04.2026).
- Rutten, R. J. (2007). Observing the solar chromosphere. In P. Heinzel, I. Dorotovič & R. J. Rutten (Eds.), The Physics of Chromospheric Plasmas (ASP Conf. Ser. 368, pp. 27–48). ASP. Online unter: https://dspace.library.uu.nl/handle/1874/42557 (Stand 18.04.2026)
- Schmelzing, S. (2026): Die farbigen Gesichter der Sonne. Sterne und Weltraum 06/2026. Spektrum der Wissenschaft.
- Stix, T. H. (2002): The Sun: An Introduction. Springer, Berlin / Heidelberg.
- Viladrich, C., et al. (2021): Solar Astronomy – Observing, Imaging and Studying the Sun.
- Wedemeyer-Böhm, S., & Wöger, F. (2008). Small-scale structure and dynamics of the lower solar atmosphere. IAU Symposium, 247, 66–73. https://doi.org/10.1017/S1743921308014671